Interview mit Katharina Münz

F: Liebe Katharina, vielen Dank für diese Chance. Ich freue mich schon darauf, etwas mehr von dir und deinen Buchbabys zu erfahren. Würdest du dich bitte für die Leser die dich noch nicht kennen kurz vorstellen?
Begleitet von mächtigem Donnerschlag habe ich im Sommer 1968 mein Debüt auf der Bühne des Lebens gegeben. Bereits in jungen Jahren mutierte ich zur Leseratte mit einem Faible für Geschichte, Heidentum und Magie.
F: Dein erstes Buch, »Die 13. Jungfrau«, wurde ja in einem Verlag veröffentlicht. Wie bist du auf diesen Verlag aufmerksam geworden?

Im Februar 2015, kurz nachdem ich mit dem Manuskript zur »Jungfrau« begonnen hatte, wurde ich in einem Autorenforum auf das »Meet & Greet« des BVjA auf der Leipziger Buchmesse aufmerksam. Ich beschloss, mich mit Exposé und Leseprobe zu bewerben und wurde unter den Einsendungen für Speeddatingtermine bei zwei Verlagen ausgewählt. Zusätzlich konnte ich mein Projekt noch zwei weiteren Verlagen vorstellen.
F: Ist das jetzige Cover das ursprüngliche, oder hast du es dann neu gestaltet, damit es zu deinen andern passt? Und hast du es selbst gestaltet oder hat es dir ein Cover Designer gemacht?
F: Das Cover von »Die 13. Jungfrau« ist das ursprüngliche Cover, und obwohl es nicht so aussieht, hatte der Verlag es bei einer Künstlerin in Auftrag gegeben.

Die Cover der beiden anderen (jeweils für sich lesbaren) Bände der Schildmaid-Reihe habe ich unter Verwendung von Stockfotos selbst gestaltet, sodass eine optische Einheitlichkeit mit dem Design meines Debüts entsteht.

F: Dein letztes Buch »Falkenherz – Bewährung der Schildmaid« hast du ja als Selbstpublisher veröffentlicht. Wo siehst du hier die Vorteile gegenüber dem Verlag?

Da ich die Erfahrung machen musste (die von vielen Autorenkollegen geteilt wird), dass der Verlag nicht nur ein Cover gestalten ließ, für das ich eine erkleckliche Anzahl an Beileidsbekundungen hielt, sondern auch praktisch keinerlei Werbung für das Buch macht, mit einem völlig überhöhten Verkaufspreis zum Veröffentlichungstermin startete und den auch nur sehr geringfügig anpasste, nachdem ich das mehrfach bemängelt hatte, kam es für mich einer Erlösung gleich, dass die Verlegerinnen nicht bereit waren, »Falkenherz« ohne massive Änderungen des Plots in Richtung Marktkonformität zu veröffentlichen.
Wenn ich sowieso die Werbung alleine machen muss, halte ich lieber auch die Fäden bezüglich Cover- und Preisgestaltung in den Händen.
Das einzige, was mir die Verlagsveröffentlichung brachte und wofür ich sehr dankbar bin, ist das Etikett »Verlagsautor«, das bei einigen Institutionen als Türöffner dient, und das Verlagslektorat, bei dem ich noch einmal einiges an Feinschliff mitnehmen konnte, sodass kritische Rezensenten nun »Falkenherz« bescheinigten, »besser und reifer« als das Debüt zu sein.

F: Die Idee auf deinem Autorenblog, eine Kurzgeschichte zu verschicken, finde ich eine richtig tolle Idee. Wird sie gut angenommen?

Danke für das Kompliment!
Ja, ich freue mich über eine stetig wachsende Zahl an Mail-Followern, seitdem ich mit »Wellenmädchen« die romantisch-humorvolle Geschichte der jungen Fylla anbiete, die als Tochter eines Hautstechers (Tätowierers) im wikingerzeitlichen Haddeby lebt.

F: Hast du selbst Lieblingsautoren oder Bücher die dich sehr geprägt haben?

Einen Lieblingsautor zu benennen ist sehr schwierig, weil ich so viel gelesen habe.
Was immer in Reichweite steht, ist der erste Band von Erich Kästners gesammelten Werken. Seine Aphorismen begleiten mich schon seit Kindesbeinen, als mein Papa mir »Der schöpferische Irrtum« ins Poesiealbum schrieb.
Was mich an aktuellerer Literatur sicher sehr für den spritzig-modernen Erzählstil mit Ich-Perspektive und Präsens beeinflusst hat, der meine »Wikinger im Herzen«-Romane prägt, sind die Regionalkrimis von Rita Falk, die ich mit Begeisterung verschlungen habe.

F: Eine Frage die mich interessiert, seit ich deine Vorstellung gelesen habe, bist du ein Trekkie oder wie kamst du zu den Beschreibungen, wie »beamen« oder mit einem irritierenden (und sehr an Mr. Spock erinnernden) Heben der Augebraue…? Und wenn du ein Trekkie bist, wer ist dein Lieblingscharakter und wie stehst du zu den neuen Verfilmungen?

Wenn man, um Trekkie zu sein, in eine StarTrek-Uniform gekleidet auf Conventions gehen muss, dann bin ich kein Trekkie. Aber wenn es reicht, die Originalserie sowie die Spin Offs gesehen (und teilweise sehr geliebt) zu haben, dann, ja, dann bin ich ein Trekkie.
Mein Lieblingscharakter war schon früher, als alle Klassenkameradinnen für Captain James T. Kirk schwärmten, der überaus faszinierende Mr. Spock.
Die neuen Verfilmungen haben mir sehr gut gefallen. Ich finde, sie nehmen den Tonfall der Originalserie sehr gut auf und das Wiedersehen mit Leonard Nimoy war sehr bewegend.
Simon Pegg ist für mich (ich finde seine Filme absolut klasse) sogar fast eine bessere Besetzung für Scotty als seinerzeit James Doohan.
Und als beim Abspann von »Star Trek: Beyond« dann nicht nur Leonard Nimoy, sondern auch dem durch einen tragischen Unfall viel zu früh aus dem Leben gerissenen Anton Yelchin gedacht wurde, da musste ich mir eine Träne aus dem Augenwinkel wischen.

F: Katharina wie bist du auf den Namen Melwyn gekommen? Wie ist es dazu gekommen, dass du historische Romane schreibst? Magst du diese Zeit am liebsten?
Melwyn – tja, den Namen für meine so besitzergreifende Protagonistin habe ich erst recht spät gefunden, nachdem schon einige Szenen mit »N. N.« verfasst waren. Mir half eine Liste alter Vornamen aus Cornwall (Melwyns Heimat), die mit Bedeutungen aufwartete (denn wie ich schon einmal in einem Blogbeitrag verraten habe, liebe ich sprechende Namen mit undurchsichtiger Etymologie). Melwyn bedeutet »Honigschimmer« – das passte wie die Faust aufs Auge.
Dann fragst du nach historischen Romanen – nun, eigentlich schreibe ich gar keine!
Also zumindest keine, die in eine der drei Schubladen des Genres passen würden [a) historische Liebesromane b) eher nüchtern geschriebene historische Romane mit viel Faktenvermittlung c) leichtere Lektüre vom Stile Iny Lorentz].
Ich habe mich da mit traumwandlerischer Sicherheit zwischen die Genre-Stühle gesetzt, denn die Fans von a) sind entsetzt, weil keine nach Standardmuster ablaufenden Lovestorys sind und stattdessen mit einem Übermaß an Dramatik und handfester Recherche. Die Freunde von b) zeigen sich pikiert ob der Anzahl und Ausführlichkeit der »horizontalen Kampfszenen« bzw. weil eine Liebesgeschichte im Vordergrund steht und last but not least springen auch die treuen Leserinnen von c) nicht an, weil ihnen mein Schreibstil zu modern ist und ich es doch wahrhaftig wage, den Leser mittels Präsens und Ich-Perspektive geradewegs in den Kopf der frühmittelalterlichen Protagonistin zu beamen.
Deshalb wende ich mich jetzt unter dem Stichwort »Nordische Mythologie« an Fantasyleser.
Die Wikingerzeit ist mir deshalb so lieb, weil es einerseits die Epoche des »Wilden Westens« in Europa war und es damals einen »Clash of cultures« zwischen Christentum und heidnischen Sitten gab, der mich sehr fasziniert und heute aktueller denn je erscheint.
F: Bist du 2017 auf irgendwelchen Messen zu finden zB der Romance for you oder der Frankfurter Buchmesse?
»Romance4you« musste ich jetzt erst einmal googeln – ich glaube, das sagt alles aus, oder? *zwinker*
Nein, solche Veranstaltungen (wie auch die LoveLetterConvention sowie die Buchmessen) kosten sehr viel »Eintrittsgeld« für Autoren, das mir als kleiner Nischen-Autorin einfach nicht zur Verfügung steht.
Vielleicht irgendwann, wenn ich meinem großen Traum ein gutes Stück näher gekommen bin.
F: Was ich bei dir wirklich sehr bewundere ist, wie offen du auf WordPress mit deinen neuen Projekten umgehst. Könntest du den Lesern die ihn noch nicht entdeckt haben einen kleinen Eindruck dazu geben?

Vielen Dank für deine Komplimente! Ja, ich versuche auf meinem Blog und zukünftig vor allem in meinen Newslettern den (potentiellen) Lesern einen kleinen Vorgeschmack auf kommende Veröffentlichungen geben.
Als nächstes Buchbaby warten die Abenteuer von Foy darauf, die abschließende Runde bei Testlesern zu machen (übrigens – treue Newsletterabonnenten können sich hierfür bewerben). Das Buch wird die dunkelhäutige Magd bei ihrer halb unfreiwilligen Reise von Worms nach Dänemark und in ein neues Leben begleiten.
Zeitgleich schreibe ich an einem Manuskript, mit dem die »Wikinger im Herzen« einen Genre-Ausflug in Richtung Urban Fantasy/Contemporary Romance-Mix machen werden.

F: Gibt es noch irgendetwas das du den Lesern abschließend noch sagen möchtest?
Zunächst möchte ich mich bei jedem einzelnen meiner Leser bedanken, nicht nur bei jenen, die mir mittels Rezensionen eine (überwiegend extrem positive) Rückmeldung zu meinen Büchern gegeben haben und nicht nur bei der stetig wachsenden Schar an wahren Fans, die nicht müde werden, für meine Bücher Empfehlungen auszusprechen, sondern einfach jedem, dem ich eine Reise in die Wikingerzeit, in die Köpfe meiner Protagonisten ermöglichen konnte.
Euer Feedback – auch in Form von gekauften Büchern bzw. gelesenen Seiten bei KU – ist mir täglich Ansporn, mit meinem Schreiben weiterzumachen.
A propos KU bzw. Amazon: Meine im Selfpublishing erschienenen E-Books sind exklusiv bei Amazon erhältlich, einfach aus dem Grund, weil meine Bücher ohne diesen Deal komplett in der Versenkung verschwinden würden.
Wer sie aber lesen möchte und über keinen Kindle verfügt, dem helfe ich gerne weiter! Einfach das Buch bei Amazon kaufen und einen Screenshot von der Kaufbestätigung an mich schicken (Facebook-PN oder E-Mail an mich, Adresse ist auf dem Blog) – ich versende dann umgehend ein EPUB!

F: Ich bedanke mich sehr für deine ausführliche Antwort und hoffe du kannst noch viele Leser in deine Geschichten »beamen«.

Vielen herzlichen Dank für deine tollen und außergewöhnlichen Fragen und die lieben Wünsche!
 

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