Interview mit Amalia Zeichnerin

F: Liebe Amalia, danke dass du dir die Zeit nimmst. Ich freue mich sehr, dass ich dir ein paar Fragen über dich und deine Buchbabys stellen darf. Würdest du dich bitte für die Leser die dich noch nicht kennen bitte kurz vorstellen?

Ich wohne mit meinem Mann in Hamburg. Ich habe immer schon gern phantastische Genres gelesen, als Kind waren das Märchen und später dann eher Fantasy. Und noch später habe ich auch ein Faible für Gay Romance Geschichten entdeckt.
Mit 17 habe ich begonnen, meinen ersten Roman zu schreiben.
Heute betrachte ich diesen eher als ausgedehnte Schreibübung,
da war ich noch am Lernen. 😉
2015 habe ich dann meinen ersten Steampunk Abenteuer Roman „Der Stern des Seth“ veröffentlicht und 2016
„Berlingtons Geisterjäger 1 – Anderswelt“, das ist eher historische Urban Fantasy, wenn auch mit Steampunk-Elementen. Zurzeit schreibe ich an zwei weiteren Romanen, Teil 2 von „Berlingtons Geisterjäger“ ist mehr oder weniger fertig und ich habe auch noch weitere Bücher in Planung.

F: Du hast bis jetzt zwei Bücher veröffentlicht, die sich zwar in vielen Punkten unterscheiden. Trotzdem
verwendest du in beiden Büchern Steampunk Elemente. Woher kommt deine Begeisterung oder besser gesagt Faszination für Steampunk?

Ich war schon als Jugendliche angetan vom 19. Jh. und seiner Literatur, vor allem im englischsprachigen Raum. Ich mag auch England, Irland und Schottland sehr gern. Ich habe damals viel Jane Austen gelesen und auch andere Autoren der viktorianischen Ära. Erst um 2010 bin ich auf den Begriff Steampunk gestoßen und habe das Steampunk-Forum „Rauchersalon“ kennengelernt. Ich mag diese Vermischung aus historischen Vorbildern und Science-Fiction/Fantasy-Elementen sehr. Ich bin dann auch in der Steampunk-Szene aktiv geworden. Was mich daran fasziniert ist, dass sie im Grunde sehr offen ist. Jeder kann „seinen Steampunk“ so leben und
ausdrücken, wie er möchte – für manche sind es die historisch angehauchten Kostüme, Steampunk-Maker bauen oder modden fantastische Gerätschaften und Erfindungen, andere machen Musik, Kunsthandwerk oder schreiben Bücher… In der Szene gibt es unglaublich viele engagierte und kreative Leute, außerdem gibt es keine Altersbeschränkungen. Ich kenne Steampunks von Anfang Zwanzig ebenso wie solche, die bereits Rentner sind.
Hin und wieder taucht immer mal wieder die Diskussion auf: „Ist das hier Steampunk? Wie kann man Steampunk eigentlich definieren?“ Ich sage dann gern, dass ich „meinen“ Steampunk offen und undefiniert mag. Oder auch „Steampunk ist das, was du daraus machst.“
Ich organisiere übrigens mittlerweile seit 5 Jahren in Hamburg ein Steampunk-Picknick. Es gibt inzwischen eine ganze Reihe
solcher und anderer Veranstaltungen für Steampunks, und auch einige Festivals und Märkte. Allerdings ist die Szene im
deutschsprachigen Raum noch relativ klein, wächst aber weiter, soweit ich das beobachten kann. Natürlich gibt es auch Leute, die z.B. einfach gern Steampunkmusik hören oder entsprechende Bücher lesen ohne selbst groß in der Szene aktiv zu sein. Aber auch das sind ja dann mehr oder weniger
Steampunk-Fans 🙂
F: Bei den Berlingtons Geisterjägern beschreibst du die Bücher, als einen Genremix aus Historical Urban Fantasy,
Gay/Lesbian Romance, Steampunk und ein wenig Gothic Horror. Wie kam es zu dieser besonderen Idee und wie wird der Gay/Lesbian Aspekt in einem Historical Urban Fantasy Buch aufgenommen?

Es gibt durchaus eine ganze Reihe an Leuten, die gern Gay Romance Geschichten lesen – und schreiben – nicht nur schwule Männer, sondern auch Frauen. Das kann man auch in der Fanfiction-Szene beobachten. Ich selbst schreibe übrigens keine Fanfiction, habe aber einiges gelesen.
Lesbische Literatur und entsprechende Autorinnen und Autoren sind zahlenmäßig nicht ganz so stark vertreten wie Gay Romance, was ich schade finde. Auch im Fantasy-Bereich gibt es mittlerweile einiges an Gay Romance (und etwas weniger Lesbian Romance). Also ich denke, diese Mischung hat durchaus schon eine Fan-Basis 😉
Bei mir kommt dann eben noch das historische Setting mit dazu, das ist eher selten anzutreffen. Ich war mir auch nicht sicher, wie die Mischung von Gay und Lesbian denn aufgenommen würde, weil das ebenfalls selten ist. In den meisten Romance-Romanen aus dem LGBTQ-Bereich geht es entweder um eine schwule Liebesgeschichte oder eine lesbische (oder es geht um Transgender, Bisexualität, Intersexualität oder anderes…).
Ich habe stattdessen zwei Liebesgeschichten in meinem Roman geschrieben – eine zwischen Männern und eine zwischen Frauen. Und darüber hinaus auch zwei heterosexuelle Hauptcharaktere, aber deren Liebesleben steht nicht im Vordergrund. Ich wollte einfach mehr Vielfalt abbilden, auch wenn ich vorher keine Ahnung hatte, wie das denn aufgenommen werden würde. Vor einiger Zeit hatte ich auch einmal eine Unterhaltung mit einer Freundin, die mich darauf stieß, dass in den Mainstream-Medien die Repräsentation von LGBTQ+ Charakteren noch immer entweder eher negativ ist, kaum vorhanden oder aber klischeebelastet. Das war für mich ein weiterer Grund.
Bisher ist mein Genremix aber meistens gut angekommen. Eine Leserin äußerte zwar, sie fände es unrealistisch, dass so viele LGBTQ-Charaktere in einem 19.Jh.-Setting aufeinandertreffen, das sei für die Zeit doch eher unrealistisch, aber Homosexualität und auch andere sexuelle Präferenzen gab es
schon immer, nur wurde halt im 19. Jh. anders damit umgegangen, es wurde damals eher versteckt oder totgeschwiegen, als Krankheit betrachtet und teilweise auch
strafrechtlich verfolgt, zumindest bei Männern. Ich möchte nicht zuviel verraten, aber einige der Charakter in der Buchreihe bekommen dementsprechend auch Schwierigkeiten. Bald erscheint der zweite Teil von Berlingtons Geisterjäger.

F: Sind sie als Dilogie angelegt oder dürfen wir uns auf noch mehr Teile davon freuen?
Berlingtons Geisterjäger ist als Trilogie angelegt. Wenn alles klappt, wird der dritte Teil wohl spätestens 2018 erscheinen. Ich
habe außerdem noch weitere Bände zu dieser Buchreihe in Planung, die dann aber jeweils in sich abgeschlossen sein werden. Dann kann man sie auch unabhängig voneinander
lesen.
F: Seit Januar 2016 ist dein erstes Buch, „Der Stern des Seth“, veröffentlicht, wo du uns in auf eine Abenteuergeschichte mit Steampunk Elementen entführst. Das ganze spielt im Jahr 1885, wo das britische Empire noch zahlreiche Kolonien und Protektorate besitzt. Interessierst du dich selbst für solche Abenteuergeschichten a la Indiana Jones oder wie kamst du auf die Idee zu dieser Geschichte?

Ja, ich mag Abenteuergeschichten, das ist ja auch ein ganz klassisches Genre. Außerdem habe ich ein Faible für das Alte Ägypten, aber bisher noch kein Steampunkbuch gefunden, indem dies thematisiert wird. Also dachte ich mir, schreibe ich eine Expeditionsgeschichte, bei der es darum geht, ein altägyptisches Artefakt zu finden. Aber dann kommt alles ganz anders als die Protagonisten gedacht haben.

F:Amalia, wenn du Zeit zum Lesen findest welche Bücher liest du dann und gibt es ein Buch (oder mehrere) die du als Lieblingsbuch bzw –Bücher beschreiben würdest?
Ich lese außer Steampunk gern andere phantastische Genres, z.B. High Fantasy und Urban Fantasy, aber auch gern Historisches, manchmal Science-Fiction, außerdem Romance aller Art (auch LGBTQ) sowie Krimis und Thrillers, seltener auch Horror.
Dazu muss ich sagen, seit ich selbst schreibe, komme ich relativ wenig zum Lesen. Trotzdem schaffe ich zumindest ein, manchmal auch zwei Bücher pro Monat und weil ich gern Rezensionen schreibe, habe ich inzwischen auch einen Buchblog.
https://www.facebook.com/amaliasbuchblog/

F: Auf deiner Hompage kann man sich nicht nur über deine Bücher informieren oder kaufen – http://www.amalia-zeichner.net. Du gibst den Leser beim Buchkauf auch noch die Möglichkeit, dabei etwas Gutes zu tun, ohne dass dem Käufer dabei zusätzliche Kosten entstehen. Dafür braucht man nur den Link htpps://smile.amazon.de zu klicken und kann dort sogar unter vielen gemeinnützigen Organisationen wählen. Ich habe das vorher noch nie gehört und bin von der Idee begeistert. Woher kanntest du es bzw wie bist du darauf gekommen?
Das hat mir einfach eine Bekannte empfohlen, ich habe das aber nicht selbst organisiert, das ist direkt von Amazon, eine Kooperation mit gemeinnützigen Organisationen. Ein kleiner Teil der Amazon-Gewinne wird dann an diese Organisationen gespendet, aber nur wenn man eben seinen Einkauf direkt über htpps://smile.amazon.de tätigt und nicht über die normale Amazon-Seite. Man muss sich allerdings nicht extra bei Smile Amazon registrieren. Ich habe übrigens gerade eine eigene Spendenaktion selbst organisiert, die bis Ende März 2017 läuft und einem Unicef-Hilfsprojekt zugutekommt. Weiteres dazu steht hier:

https://amalia-zeichnerin.net/2017/02/28/spendenauktion/

F: Was dürfen wir im laufenden Jahr noch von dir erwarten?

Wie gesagt, demnächst erscheint Berlington Geisterjäger 2. Ich schreibe außerdem gerade Teil 3, kann aber noch nicht mit Sicherheit sagen, ob dieser noch in diesem Jahr erscheint. Außerdem schreibe ich gerade einen High Fantasy Roman und
gehe davon aus, dass ich diesen dann 2018 veröffentliche.
F: Bist du 2017 auf irgendwelchen Messen zu finden zB der Romance for you oder der Frankfurter Buchmesse?
Auf Buchmessen bin ich zwar bisher nicht, aber auf einigen Fantasy-/Rollenspiel-Conventions, z.B. der Nordcon in Hamburg
und der Unicon in Kiel. Es kann auch sein, das noch ein, zwei Steampunk-Veranstaltungen dazu kommen. Außerdem veranstalte ich gemeinsam mit anderen AutorInnen einige Lesungen.

Meine aktuellen Termine kann man hier nachlesen:
Termine
Gibt es noch irgendetwas das du den Lesern
abschließend noch sagen möchtest?
Ich freue mich immer über Feedback zu meinen Büchern. Und egal, was ihr lest, ich wünsche euch immer viel Spaß dabei 🙂 Da
draußen sind so viele tolle Geschichten und AutorInnen, die gelesen werden wollen.

F: Ich bedanke mich sehr für deine ausführliche Antwort und wünsche dir und deinen außergewöhnlichen Geschichten viel Erfolg.

Vielen Dank für das Interview.

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