Interview mit Morna aus Einfach Zauberhaft. Die verhexten Zombie-karnickl von Lucia Moregan

Ich komme in dem kleinen Dorf an und sehe mich neugierig um. Die Hütten sind alle ähnlich gebaut und kreisförmig um den Dorfplatz angeordnet. Da mir aber die Hütte von Darach und Morna genau beschrieben wurde, gehe ich zielsicher darauf zu und klopfe an die Tür. Ob ich hier wirklich einer echten Hexe begegne?

Plötzlich öffnet ein kleines Mädchen mit braunen Locken die Tür und sieht mich stumm an. „Hallo, ich heiße Ingrid und suche Morna Mc Taggert. Wohnt sie hier?“ Die Kleine sieht mich mit großen Augen an und nickt nur, während aus der Hütter der Ruf einer Frau erklingt. „Ealasaid wer ist es denn?“ Ihrer Mutter vielleicht? Als das Mädchen immer noch nichts antwortet höre ich schnelle Schritte näher kommen.

Schon steht die Frau hinter ihr und legt dem Mädchen beruhigend eine Hand auf die Schulter. Die Frau ist etwas größer als ich und hat dunkelblonde, schulterlange Haare. Sie sieht sehr hübsch aus und jünger als ich gedacht habe. Mit einer hochgezogenen Augenbraue mustert sie mich aufmerksam. Ich hole tief Luft. „Guten Tag. Entschuldigen Sie die Störung. Mein Name ist Ingrid und ich suche Morna Mc Taggert. Ich habe schon so viele Geschichten über sie gehört und wollte nun wissen, ob sie mir vielleicht ein paar Fragen beantworten würden?“                   Unruhig knete ich meine Hände und warte mit gesenktem Blick auf eine Antwort.
Fragen? Was hat eine Fremde mir Fragen zu stellen? Aber na gut, du siehst harmlos und nett aus. Ich beantworte dir deine Fragen. Komm rein und setz dich. Unsre Hütte ist schlicht, aber du kannst dich vor dem Feuer wärmen.

„Ich danke Ihnen Frau Morna, dass sie sich wirklich die Zeit nehmen, um mir einige Fragen zu beantworten. Meine erste Frage ist die wahrscheinlich offensichtlichste. Sind sie schon mit magischen Fähigkeiten zur Welt gekommen oder entwickelten sie sich plötzlich?“                                                    Ich beuge mich zu Ihr vor und verschränke vor mir die Hände auf dem Tisch.
Die Gabe habe ich von meiner Mutter geerbt. Im Laufe der Zeit schulte ich sie immer mehr und ich denke, ich bin mittlerweile ganz gut darin.

„Kam das in ihrer Familie öfter vor oder hatten nur sie die Fähigkeit? Haben es ihre Kinder auch? Und wer half Ihnen beim Erkunden ihrer Kräfte?“.
Wie ich schon sagte, ich habe es von meiner Mutter geerbt. Sie hat mir dann auch viel beigebracht und mich ermutigt.
Es könnte schon sein, dass es einige der Kinder auch geerbt haben. Ich vermute ja, meine kleine Ealasaid hat eine gewisse Begabung dafür. Manchmal glaube ich, sie kann das Wetter beeinflussen. Immer, wenn sie wütend ist, ziehen finstere Wolken auf.

„Morna entschuldigen Sie meine Direktheit. Aber ist es für Sie und Ihre Familie nicht gefährlich, wenn man überall Geschichten von Ihnen und Ihren Kräften hört? Was wenn die Falschen auf Sie aufmerksam werden?“ Neugierig beuge ich mich wieder vor und sehe ihr fest in die Augen, Diese Frage habe ich mir schon mehrmals gestellt, seit ich die erste Geschichte über Sie und Ihre Begabung gehört habe.
Ha! Die sollen mir nur kommen! Mit denen werde ich schon fertig. Ich würde sie in warzige Kröten verwandeln. Keiner sollte sich mit einer Hexe anlegen.

„Wie gehen den die anderen Dorfbewohner mit Ihnen um. Werden Sie für Ihre Gabe geachtet oder haben die Menschen eher Angst vor Ihnen?“
Mit den meisten Dörflern komme ich gut zurecht. Dort drüben wohnt übrigens meine liebe Schwester Eibhlin. Und die Wenigen, die Ärger machen, bereuen das bald. Die haben danach einen großen Respekt vor mir! Áengus MacAsgaill habe ich mal einen Rattenschwanz angehext, zur Strafe, weil er sich an meinem Sohn vergriffen hat.

„Was würden Sie sich für die Zukunft wünschen? Oder für Ihre Kinder“
Ich will nur mein Leben in Frieden leben und meine Kinder aufwachsen sehen. Eines Tages werde ich ihnen mein Wissen weitergeben. Das Wichtigste für mich ist meine Familie!

„Da Sie eine Hexe sind, glauben Sie es gibt noch andere magische Wesen oder Menschen mit magischen Fähigkeiten?“
Das kann schon sein. Einer anderen Hexe, abgesehen von meiner verstorbenen Mutter, bin ich noch nicht begegnet, aber ich habe mein Dorf auch noch nie verlassen. Ich weiß jedenfalls, dass es ruhelose Seelen gibt … Die können immerhin durch Wände gehen.
Und da wären natürlich auch noch Feen. Jeder auf den Inseln weiß das. Denen sollte man aber besser aus dem Weg gehen. Davon kommt nichts Gutes!

„Ich danke Ihnen sehr, dass Sie sich heute Zeit für mich genommen haben und wünsche Ihnen alles Gute für Ihre Zukunft. Würden Sie mir gerne noch etwas mit auf den Weg geben?“             Ich ergreife ihre Hand und schüttle sie.
Du solltest nicht allein reisen! Es sind gefährliche Zeiten. Hier, ich gebe dir diesen Talisman, er wird dich beschützen. Ich wünsche dir ein langes und gesundes Leben. Und nimm dich in Acht!

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