Mein Bruder Ché von Juan Martin Guevara

Das Cover und der Klappentext haben mich sofort angesprochen, den ich wollte umbedingt wissen wer der Mann hinter dem glorifizieren Helden und dem Mythos Ché war.

Denn jeder hat bereits seine Meinung über Ernesto Ché Guevara gebildet. Für die einen ist er ein Held, für andere ein Guerillakämpfer, für andere ein Kommunist… Nun ich war bereits in Kuba und habe dieses wunderbare Land näher kennengelernt, gerade als Raul von Fidel als Präsident eingesetzt wurde. Ich hatte auch die Möglichkeit mich mit Kubanern verschiedenster gesellschaftlichter Schichten zu unterhalten.

Als ich also diese Buch gesehen habe war ich sehr neugierig was der Bruder von Ernesto jetzt noch zu sagen hatte. Und so tauche ich eine sehr vielschichtige Familiengeschichte ein. Denn die Guevaras sind alles – nur nicht gewöhnlich. Die Eltern erziehen ihre Kinder sehr frei für die damalige Zeit. Sie haben die Möglichkeit alles auszuprobieren und ihnen werden von ihren Eltern keine Grenzen aufgelegt. Die Kinder sind sogar ermutigt worden zu lernen, zu studieren und sich ihre eigene Meinung zu bilden. Jeder in dieser Familie fasziniert mich und ich bin wirklich beeindruckt wie sie mit wenig Geld durchs Leben kamen und dabei auch glücklich waren. Ernesto hat ja studiert und seinen Abschluss als Mediziner in Rekordzeit hingelegt. Mit großem Interesse verfolge ich seinen Werdegang. Vom asthma gepalgten Kind zu einem der größten Freiheitskämpfer unserer Zeit. Was ist da geschehen? Immerhin hat er sich von seinem Militärdienst in Argentinien wegen seinem Asthma befreien lassen. Sein Bruder zeichntet das Bild eines jungen Mannes der viel liest und sich sehr nachdenklich und intelligent darstellt. Offensichtlich war er schon in seiner Jugend ein sehr abenteuerlustiger junger Mann war. Jemand der von anderen Menschen als Anführer wahrgenommen wird, sich selbst aber immer sehr kritisch beobachten würde. Er sei immer integer und ehrlich in seinen Ansichten gewesen. Korruption und Unterdrückung besonders durch die Weltmacht der Vereinigten Staaten waren ihm von Beginn an verhasst. Er war witzig und frozelte gerne. Als er Fidel und Raul kennenlernt ist es der Beginn einer außergewöhnlichen Geschichte.

Doch dieses Buch ist soviel mehr als eine Biografie von Ernesto Guevara. Ich bekomme soviele Einblicke in die Familie und lerne sie alle mit der Zeit kennen und Lieben. Alle sind sehr belesen und bis auf Juan-Martin haben alle studiert. Doch auch hier gibt es viele schöne, glücklichen, traurige, schreckliche Momente, die mich sehr bestürzt haben. Der Vater der Familie der ein Schaumschläger und Träumer ist, der seine Frau betrügt und Ernesto mehrmals durch seine Art beschämt. So zeichnet sich ein fast alltägliches Bild einer mehr als außergewöhnlichen Familie, die alle viel erlebt haben und einiges zu erzählen haben. Leider haben sie aber oft in Chés Schatten gestanden und teilweise Vergünstigungen erhalten (was Ché furchtbar fand und immer wieder kritisiert hat), oder andererseits Morddrohungen oder Polizeigewalt zu spüren bekamen. Vor allem sein Bruder Juan Martin und seine Mutter sind ebenfalls sehr politisch tätig.

Auch werden Reden von Fidel, Zeitungsartikel und Briefe zusammen veröffentlicht die das gesamte Kunstwerk wie auf einer großen Leinwand darstellen.

Ich vergebe 👑👑👑👑👑 von 5 Krönchen.

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