Mein Tag mit Kalli Wermaus

EDCB34FE-11FA-403F-AB8A-3E5C7163707F „Obiiiiniiii gehst du endlich aufmachen? Dein Besuch ist da.“ Ingrids Stimme reißt mich aus meinem wohlverdienten Schlaf. Besuch? Was für ein….Oh shit! Ich hab ganz vergessen, dass Irene heute mit Kalli heute wieder vorbeikommen wollte. Also stehe ich schnell auf und laufe zur Tür, wo Ingrid gerade den Besuch reinlässt.

“Hallo Irene, hallo Kalli kommt doch rein. Wir freuen uns sehr, dass ihr gekommen seit“, begrüßt sie unseren Besuch freudig. Ich maunze mehrmals zur Begrüßung und hebe die Pfote in die Richtung von Irene und Kalli.

Nachdem sich Ingrid und Irene in die Küche gesetzt haben umd Beide vor ihrem Kaffee und Kuchen sitzen habe ich Zeit mich alleine mit Kalli zu beschäftigen. Ich schiebe ihm ein Stück Gouda zu und schlecke inzwischen meinen Schlecker auf. „Weißt du Kalli ich bin jetzt seit 7 Jahre bei Ingrid und ihrer Familie. Eigentlich komme ich aus Ägypten. Da wurde ich von meinem Besitzer ausgesetzt, weil ich eine Zahnfehlstellung habe und immer wieder eitrige Zähne bekomme. Da musste ich mich ein Jahr allein durchschlagen, bevor ich mich zu dieser Tierschutzorganisation durchschlagen konnte. Da hat Ingrid mich auf der Homepage entdeckt und mich direkt adoptiert. Ich liebe sie und ihre Familie. Ich bin also acht Jahre alt. Und du?“ Ich sehe gespannt zu Kalli während ich ihm mein Bild zeige, dass die Tierschutzorganisation damals von mir gemacht hat. Wie klein und mickrig ich da aussah…

Ich bin schon zehn, aber als ich das erste Mal eine Wermaus wurde, da war ich gerade noch neun. Oh, wow, wie kann jemand eine so süße Katze wie dich einfach aussetzen? Was für ein Glück, dass du bei Ingrid gelandet bist, ich finde sie voll nett!

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Ich dirigiere Kalli ins Wohnzimmer und nehme auf meinem Lieblingspolster Platz während er es sich auf einer Kuscheldecke gemütlich macht. „Ich weiß Kalli du denkst ich bin auch nur einer von denen die auf dich Jagd machen würden. Und ich gebe auch gerne zu, dass ich oft mit Blindschleichen, Salamandern oder Mäusen spiele, aber ich töte eigentlich keine. Obwohl ich ehrlich sein muss. Manchmal verletze ich sie wenn wir zu sehr spielen, aber davon sterben sie nicht. Außerdem habe ich nun schon meine dritte Zahn OP hinter mir und deshalb gar nicht mehr die Zähne um wirklich stark zuzubeißen. Außerdem werde ich mit jedem Alter bequemer und seit ich innerhalb von 1 Woche zwei Narkosen hatte schlafe ich mehr als sonst. Ich fühle mich immer noch nicht so leistungsfähig…“ Ich schweige kurz und denke daran wie ich nach der zweiten Narkose wach wurde. Man da war ich vielleicht geschlaucht…

Oh mein Gott, das Foto ist ja echt krass! Da bin ich ja gleich doppelt froh, dass du jetzt Ingrid hast! 

Oh, Zahn-OP? Einerseits beruhigt es mich, dass du nicht mehr so heftig beißen kannst, obwohl Ingrid mir ja versichert hat, dass du mir nichts tun wirst. Andererseits habe ich selbst so Schiss vorm Zahnarzt – du Armer!

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Wie ist das denn bei dir? Als Mensch ist man doch Tieren gegenüber auch oft grausam. Hattest du da nie Probleme mit deinem Gewissen, jetzt wo du quasi selbst eins bist?“ Während ich auf seine Antwort warte rolle ich mich auf meinem Polster herum. „Ich liebe dieses warme, wohlige, beschütze Gefühl, dass ich hier in meinem Zuhause habe.“

Was? Grausam zu Tieren? Aber ich liebe Tiere!!! Na ja, wenn ich genau nachdenke, hast du natürlich schon ein bisschen recht. Luisa, das ist meine große Schwester, ist unter die Vegetarier gegangen, weil sie nicht will, dass ein Tier sterben muss, damit sie es essen kann. Ach, das ist ja auch blöd, wirklich. Aber ehrlich gesagt esse ich selbst viel zu gerne Fleisch, das schaffe ich nicht, darauf zu verzichten. Jedenfalls jetzt nicht. Aber sonst war ich echt schon immer ganz besonders freundlich zu Tieren. Eines Tages wirst du mein Pferd kennen lernen, das hat meine Mama vorm Schlachter gerettet, und … aber halt, ich darf ja noch nicht zu viel verraten, sonst kriege ich Ärger mit Irene!

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„Also Kalli jetzt hab ich dich ausgequetscht und dir schon einiges über mich erzählt. Was willst du denn jetzt noch über mich wissen??“ Fragend sehe ich Kalli an.

Welches ist denn dein Lieblingsplatz zu Hause?
Ingrid hat ja fast nur Bücher im Kopf, nimmt sie sich denn trotzdem genug Zeit für dich? Was machst du da lieber, kuscheln oder spielen?
Ich verwandele mich ja einmal im Monat in eine Maus. So kann ich mich sehr gut verstecken, durch kleinste Ritzen kriechen, aber auch mich mit den Tieren unterhalten. Das ist wichtig und interessant. Das Beste aber ist, wenn ich auf meinen Krähenfreunden durch die Luft fliegen kann, das ist einfach ein geniales Gefühl. Würdest du dich auch gerne ab und zu mal in einen Menschen verwandeln können, und wenn ja, welche drei Sachen würdest du als Erstes machen?

Mein Lieblingsplatz im Winter ist bei Marina und Toni im Wohnzimmer wo ich ein verlängertes Fensterbrett und ein Körbchen habe, dass genau über der Heizung steht. Im Sommer ist es ein Platz im Garten, nahe am Haus. Ja sie liest viel, aber sie nimmt sich schon sehr viel Zeit für mich. Wir kuscheln viel und gerne. Das mach ich auch am Liebsten. Und wenn sie nicht da ist weil sie arbeitet oder zb Buchmesse ist, gibt es ja noch ihre Eltern, ihren Freund und ihren Bruder mit seiner Frau und süßen Tochter. Ich kriege also viel Liebe und Aufmerksamkeit. Ich darf Ingrid sogar nachts wecken, wenn ich raus will. Das wäre schön, denn dann könnte ich ihnen soviel sagen was ja leider nicht geht. Und richtig tolle Sachen essen. Weißt du ich liiiiiebe ja alles was mit Schokolade zu tun hat, aber als Katze darf bzw soll ich die leider nicht essen…

Wir plaudern noch ein Weilchen alleine bevor ich mir Streicheleinheiten von meiner Ingrid abhole. Kalli spricht inzwischen mit Irene und ich bin überrascht, wie sehr ich Kalli schon ins Herz geschlossen habe. Den am Anfang war ich von Ingrids bzw Irenes Idee nur mäßig begeistert. Aber diesen Kalli finde ich richtig toll.

Mensch, Obini, die Zeit ist schon wieder rum! Schade, es war echt toll bei dir! Ich hoffe, ich darf dich mal wieder besuchen, mach’s gut!

Du auch Kalli. Ich würde mich freuen, wenn wir uns bald wiedersehen würden. Ich werd nachher Ingrid bitten wieder was mit Irene auszumachen. Und vielleicht komm ich dich irgendwann auch mal besuchen, damit ich dein Pferd kennenlernen kann.

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Als Abschluss schießt Ingrid noch ein richtig tolles Bild von uns.

 

 

 

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