Unterschiede zwischen Efesans und Revestans

 

Ich darf euch nun die Unterschiede zwischen den Efesan und den Revestan Sykthen näherbringen. Diese Gruppierungen fand ich im Buch schon sehr spannend, da die Skythen einst beiden Göttern, Efesan und Revestan, zusammen dienten. Ein Verrat zwischen den beiden Göttern führte aber zur Aufspaltung der Skythen und ihre Entwicklungen nahmen einen sehr unterschiedlichen Lauf.

Efesans:
Sie folgen dem alten Kodex, ihre Feindinnen die Amazonen zu finden und zu zerstören. Sie sind militärisch aufgebaut und Dimon Belladom ist der Oberbefehlshaber und momentaner Herrscher der Skythen.

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Stille lag über dem prallgefüllten Hauptsaal der Skythenakademie. Auf dem Podium wanderte Dimon langsam an den aufgereihten Soldaten aus Wolfs Eliteeinheit, die vor einigen Stunden noch blutbespritzt, schweißnass und abgekämpft gewesen waren, entlang und klopfte jedem einzelnen der Krieger auf die Schulter. Vor einem nach dem anderen blieb er stehen, sah ihm in die Eisaugen und lobte ihn für diesen Schachzug. Dann kam er bei dem Mann an, der den Einsatz gegen die Basukas geleitet hatte: Wolfs.
Dimon nickte seinem Freund kurz zu und ließ dann seinen Blick durch die Haupthalle streichen. Die geladenen Mannschaften waren gekommen: Jeder einzelne Platz auf den Stahlbänken war besetzt, Schulter an Schulter saßen seine uniformierten Soldaten da und bildeten die undurchdringliche Wand, die nun auch das Basuka-Pack zu Fall gebracht hatte.
Dann wandte Dimon sich wieder Wolfs zu. „Dein Platz in Valees ist sicher“, beteuerte er seinem Freund und zog das Gefühl des Triumphes, das sein Soldat ihm beschert hatte, tief in sich hinein
.
Und dann folgte er einem Impuls, nahm Wolfs Wangen in die Hände und küsste seine Stirn. Mit dieser extremen Geste löste er einen kleinen Tumult in den Reihen der Anwesenden aus und auch Wolfs sah ihn völlig entgeistert aus seinen dunkelbraunen Augen an.
„Ich wollte es so“, wisperte Dimon ihm zu und wandte sich dann an die Menge: „Ich bin euer von Efesan gewählter Herr.“ Die Skythen beruhigten sich langsam wieder und die meisten nickten, senkten ihre Köpfe und zollten ihm damit ihren Respekt. „Ich konnte meinem Gott endlich wieder eine riesige Opfergabe bereiten: Das Basuka-Corps ist ausgelöscht!“
Applaus und grimmiges Knurren erfüllte den Hauptsaal.
„Doch dies war nur möglich, weil ich einen meiner besten Soldaten entsenden konnte.“ Er legte Wolfs eine Hand auf die Schulter. Sollte er einmal nicht mehr da sein, musste sich der
Rest der Skythenschaft daran erinnern, wie groß Wolfs‘ Nutzen war. Denn vielleicht käme als nächstes ein weniger toleranter Herr an die Macht, der die Vorlieben von Wolfs nicht mit einem Blinzeln übersah.
Sein Blick traf den Blick seines Soldaten und plötzlich schien dieser zu verstehen, dass Dimon durch sein ungewöhnliches Verhalten einen Schutzschild für ihn errichtete. Dankbarkeit huschte über das Gesicht des schwarzhäutigen, talentierten Soldaten.
Dimon schaute durch die Reihen. „Die Basukas waren eine der wichtigsten und gefährlichsten Amazonen-Dynastien der Welt und nun ist es unter meiner Herrschaft gelungen, sie zu finden und zu schwächen.“
Dann traf er auf Hanters Anblick und blieb am attraktiven, gutmütigen Gesicht seines Freundes eine Zeit lang hängen. „Die Umstände des Aufspürens der Basukas war merkwürdig und kurze Zeit haben wir es für eine Falle gehalten. Aber dann konnten wir sie tatsächlich in ihrem eigenen Heim beobachten. Und schließlich angreifen!“
Wieder brandete Applaus und einstimmiges Knurren auf.
Basuka hat sich unter ihren Schwestern offensichtlich Feinde gemacht, dachte Dimon, denn der entscheidende Hinweis auf den Unterschlupf des Basuka-Corps war von Amazonenseite gekommen … Und ihre Frau hat dafür bezahlt.
Dimon erhob seine Stimme durchdringend gegen das Knurren: „Wolfs hatte Basukas wichtigsten Schatz getötet. Burn, Basukas Partnerin, liegt in unserer Akademie, in unseren Katakomben. Und bald werden unsere Novizen sie benutzen, um das Wichtigste über unseren Feind zu lernen.“
„Für Efesan!“, rief ein Skythe im Publikum und löste einen Freudensturm aus.
Ein paar Sekunden lang ließ Dimon seine Soldaten noch jubeln, aber dann schob er Wolfs noch einmal ein Stück nach vorne an
den Rand des Podiums. „Es ist aber nicht Burns Körper, den Wolfs als wichtigsten Triumph mitgebracht hat, sondern den Geist der Amazone Keesha!“
Basukas Tochter Keesha war eine Legende unter den Skythen, weil sie es fertiggebracht hatte, jahrelang bei ihnen in Gefangenschaft zu überleben. Außerdem war ihr daraufhin eine spektakuläre Flucht gelungen und war somit die erste Amazone, die ihrer gerechten Strafe jemals entkommen war.
„Die Gerüchte und Sagen, die sich um Keesha ranken, könnten viele Stunden füllen“, rief Dimon aus. „Aber nun wird sich niemand mehr ihrer Geschichte annehmen. Denn jetzt werden die Erzählungen über sie enden! Denn ich, Dimon Belladram, habe sie wieder einfangen lassen!“
Dimon klopfte noch einmal Wolfs Schulter und verließ dann eilig die Haupthalle, wo er seinen Soldaten die Möglichkeit gab, ohne ihren Herren den Sieg über die Basukas zu feiern.
Erst war er allein, aber dann spürte er, dass Hanter und Wolfs ihm auf den Fersen waren. Offenbar war er zu berechenbar, denn seine beiden Freunde hatten keine Mühe damit gehabt, den richtigen Weg einzuschlagen, um ihm zu folgen.
Keesha mit eigenen Augen sehen. Der Gedanke rauschte immer wieder durch seinen Kopf. Sehen, ob sie wirklich nicht spricht.
Man sagte, dass Basukas Tochter in all den Jahren ihrer Gefangenschaft niemals ein Wort verloren hatte. Dimon rieb sich die Hände, er würde sofort erkennen, wenn sie Stummheit oder Unverständnis vortäuschte. Er hatte seine Methoden, um dies herauszufinden. Doch zuvor würde er einen Blick auf Basukas größten Rückschlag werfen
.
(Leseprobe Vayas Töchter 2 „Amazonen Allianz“ von Lara Kahleborn)

Revestans:
Diese sind eine Splittergruppe der Skythen, die sich dem Urrtümlichen des Reitervolks verschrieben hat. Sie sehen in den Efesans die Verkrüppelung der Freiheit, die die Skythen einst in sich trugen. Sie wollen ganz neue Pfade beschreiten, auch wenn dies nur zusammen mit den Amazonen möglich ist. Dies wurde dem Stamm von einer Hebamme weisgesagt.
Sie leben als Stamm zusammen mit einem Alvaar (sozusagen der Häuptling des Stammes). Ihr Stamm wird unterteilt in die vier Winde.

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Sisu konnte dem Initiationsritus von Quilla nicht mit ganzer Aufmerksamkeit folgen, aber die Skythin in ihre spürte, dass in diesem Augenblick etwas Wundersames für ihren Stamm passierte: Quilla war eine außergewöhnliche Frau und wirklich jeder schätzte sie für ihre mitfühlende, empathische Art. Schon früh hatte sie gezeigt, dass sie gut zuhören konnte und trotz ihres geringen Alters eine Weisheit besaß, die manche Hebamme und manchen Alvaar in den Schatten stellen konnte. Sisu wusste, dass Quilla unter den anderen Kindern beliebt gewesen war, weil ihre Sanftheit Frieden verbreitet hatte, und auch Sisu hatte die in der letzten Nacht erwachsen gewordene Skythin immer als aufbauend und erhebend empfunden. Quilla erschuf Dinge, ließ sie wachsen. Es wunderte Sisu keinen Lidschlag, dass sich die junge Frau als Gärtnerin entpuppt hatte.
Es ist ihr Wesen, dachte Sisu und
verschwendete keinen Gedanken an ihre eigene Fähigkeit, zu zerstören. Quilla wird den Stamm gedeihen lassen.
Dieses Wissen beruhigte sie in der tiefsten Tiefe ihrer Kriegerinnenseele, denn was Sisu vorhatte, barg kein Leben in sich. Stattdessen war ihr Entschluss gezeichnet mit der Signatur des Sterbens. Was die Spinnenfrau hinter sich zurückließ, stank nach Verwesung und Sisu würde genau dieser Spur folgen, um die Entbehrungen ihrer Familie endlich zu rechtfertigen: Den Tod ihrer Mutter, die Einsamkeit ihres Vaters, den Verlust ihrer Schwester …
Das alles musste am Ende einen Sinn haben. Verzweifelte Hoffnung auf Gerechtigkeit erfasste sie und bald schon drohten die unerbittlichen Stürme ihres Ehrgeizes, ihres
Beschützerinstinktes und ihres Mutes sich zusammen zu schließen und sie zu zerreißen. Doch kurz bevor dies geschehen konnte, griffen drei Kraftquellen nach ihr, bekamen sie zu fassen, zogen sie zurück auf die Erde und retteten sie. Sisu schloss die Augen und genoss in einem Moment purer Dankbarkeit, dass sie einer der vier Winde dieses Stammes war.
Und als sie sich wieder ganz gefangen hatte, öffnete sie die Augen und suchte im Schein des großen Feuers nach ihren drei Rettern. Zuerst sah sie Cal. Der Nordwind stand wie eine stolze Birke, schlank, hochgewachsen, mit weißblondem Haar und den Zeichen des Nordens auf der Haut zwischen seinen Kriegern und schaute mit seinen kalt-grauen Augen zurück. Er nickte ihr einmal zu und Sisu spürte eine Welle der Zuneigung aus Norden nahen. Sie lächelte und entdeckte Bluth. Vielmehr sah sie zuerst nur die Rauchwolke: Über den Ost-Kriegern hing eine Schwade aus würzigem Tabak, aus der der Ostwind
schließlich herausausschlenderte. Mit einem breiten Grinsen auf dem vollkommen orangefarben angestrichenen Gesicht zwinkerte er ihr zu. Sisu sandte ihm ihre Dankbarkeit und kaum davon erfasst, verschwand der Ostwind wieder zwischen den Leuten seiner Windrichtung.
Heftige Vorfreude ergriff Sisu. Jetzt fehlte nur noch einer im Bunde. Er.
Westwind, flüsterte sie ergriffen.
Sisu, wisperte er zurück.
Und schon erblickte sie ihn. Zu Beginn des Initiationsritus hatte der Westwind wie all seine Krieger auch die grünen, festlichen Tücher auf seinem unbeschreiblich attraktiven Körper getragen, doch nun bedeckte ihn kaum noch ein Fetzen Stoff. Yeromin lag wie ein junger Gott unter den hell funkelnden Sternen und vertrieb sich die Wartezeit bis zu Quillas Auftauchen auf Skythenart. Sisu hätte nicht zuordnen können, wem die liebkosenden Hände auf dem wunderschönen Kriegerleib des Westwindes gehörten, aber sie fragte es sich auch nicht. Vielmehr genoss sie diesen Anblick, der alles in sich trug, was diesen Stamm ausmachte: Gemeinschaft und
Zusammengehörigkeit, Energie und Leidenschaft.
Wir sind stark, dachte Sisu, als der Westwind sich langsam zum Sitzen aufrichtete und in der Menge ihrer Krieger nach ihr suchte.
Erst versteckte sie sich noch vor seinem Blick, aber dann ließ sie sich von ihm entdecken. Von ihm. Nur von ihm.

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Yeromin, rief sie seinen Namen in eine Böe ihrer Macht hinein.
Er wollte sich schon von den Händen und Mündern auf sich lösen, doch das wollte Sisu nicht.
Bleib!, sagte sie rasch.
Sie wollte, dass ihr geliebter Westwind dieses Fest ganz auskostete, denn am Ende dieser Nacht stand eine Offenbarung, die ihn bitter treffen würde. Unabänderlich würde es ein Ade geben. Und sie würde es aussprechen. Weil sie musste.

(Leseprobe Vayas Töchter 2 „Amazonen Allianz“ von Lara Kahleborn).

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Da Sisu die Tochter des Alvaar und der Südwind ist, hat sie es sich zur Aufgabe gemacht die Amazonen bzw. Emilia zu finden. Sie lässt Yeromin zurück, obwohl sie sich lieben und Zamza ( ihre Bezeichnung für Lebensgefährten, Seelenverwandte) sind.

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