Die Stadt hinter dem Döberladen von Mirijam Günter

Das Cover hat mich sofort neugierig gemacht, als ich es das erste Mal gesehen habe. Durch die Farbgestaltung, die Schriftart und die „blinkenden“ Lichter sind meiner Meinung nach ein richtiger Eyecatcher. Doch es war der Klappentext, der mich überzeugt habe diese Buch UMBEDINGT lesen zu müssen.

Ich lerne Nicci kennen, die eine wirklich schwere Zeit durchmacht. Ihre beste Freundin ist weg, ihre Mutter, die ziemlich unreif ist, auf dem Yogatrip und den einzigen Mann den sie gerne als Stiefvater gehabt hätte, hat ihre Mutter auch abgeschossen. Ihre Lehrer kann man auch vergessen.

Meine beste Freundin und mein Herzwunschpapa hatten mich verlassen. Der Boden unter meinen Füßen schwappte. Ich ging wie auf Eiern. Keiner konnte mir verraten, wie man als Jugendliche voller Traurigkeit überlebte“.

Habt ihr jetzt genau wie ich Gänsehaut? Ja. Dann solltet ihr das Buch lesen, denn es ist voller solcher intensiven, schonungslos ehrlichen Wahrheiten.

Nicci ist ein sehr desillusionierte Protagonistin die zwar atmet, aber nicht lebt. Dies macht sie einem beim Lesen immer wieder klar. Trotzdem, oder gerade deswegen mag ich sie gleich. Sie will eigentlich keine Einzelgängerin sein, aber trotzdem ist sie es. Als sie Stefan und Deco kennenlernt hab ich ihr wirklich gewünscht, dass es nun für sie aufwärts geht. Wobei ich es laut dem Klappentext besser hätte wissen müssen. Aber auf das eigentliche Ausmaß der Tragödie hinter Decos rätselhaften Aussagen, wie ich existiere überhaupt nicht und bin somit tot, habe auch nicht vorhersehen können. Mein Herz wurde mit jeder Seite schwerer, weil sie in der heutigen Gegenwart einfach zu real ist.

Die Jungend die eigentlich voller Lachen, Erfahrungen und Unbeschwertheit sein sollte, sich aber zu einer Paraodie dessen verzerrt hat. Wo nur Zynismus Platz hat und das Fünkchen Hoffnung, dass auch hier kaum noch zu finden ist. Genau wie in der Büchse der Pandora. Ich wünschte diese Geschichte würde die Leute erreichen, aufrütteln und ihnen die Wahrheit die viele von uns schon kennen erreichen. Wie wichtig Menschlichkeit ist. Wie sehr man für Dinge kämpfen muss die früher selbstverständlich waren: Liebe, Zusammenhalt, Menschlichkeit, Freundschaft…

Die Autorin scheut sich nicht hier ein Bild unserer Zeit zu zeichnen, dass nicht sonderlich schmeichelhaft ist. Wir, die uns immer als die Kröung der Evolution betrachten, bekommen in diesem Buch einen Spiegel vorgehalten der uns eine Wahrheit zeigt die nicht sonderlich schmeichelhaft ist. Es lässt einen nicht los. Man kann es nicht aus der Hand legen und will es auch nicht.

Das war mein erstes Buch von Mirijam Günter aber offenbar der dritte Jugendroman, den sie veröffentlicht hat. Es wird definitiv nicht mein letztes gewesen sein…

Darum vergebe ich 👑👑👑👑👑 von 5 Krönchen und kann es euch nur sehr empfehlen ❤️

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