Wolfswille von Melanie Vogltanz

Wer mit Ungeheuern kämpft, mag zusehn, dass er nicht dabei zum Ungeheuer wird. Und wenn du lange in einen Abgrund blickst, blickt der Abgrund auch in dich hinein.
Jenseits von Gut und Böse, Friedrich Nietzsche

Seit Eva vom Apfel gekostet hat, hängt viel vom Essen ab.
Lord Byron

Das Cover fand ich von Anfang an phänomenal. Es erregte sofort meine Aufmerksamkeit und ich auch der Klappentext schrie lies mich. Ich liebe diese alten Horrorgeschichten und war so sehr neugierig wie die Geschichte umgesetzt wurde.

Das Buch beginnt 1859 mit einem Expeditionsteam, dass sich auf die Suche nach Lord Franklin und der Mannschaft der Erebus und der Terror machen, da sie verschwunden waren. Sie werden aber schon bald von einer mysteriösen Kreatur verfolgt, die die Eskimos weißen Schatten nennen. Dieser weiße Schatten reißt Polarbären, Hunde, Männer – kurz alles was ihm in die Quere kommt.

Danach hüpfe ich nach London ins Jahr 1888 und lernen Alfio kennen. Dieser betäubt sich jede Nacht mit Opium, um dem wilden Tier ins sich so Einhalt gebieten zu können. Den als Wolf hat er kein Gewissen und kennt nichts und niemanden. Er wird nur angetrieben von dem Drang zu fressen. Aber er kann seine Verwandlung nur hinauszögern, nicht gänzlich verhindern. Ich erfahre, dass Alfio unsterblich ist und schwarzes Blut in sich trägt. Damit ist er jedoch nicht allein. (Da es aber eine Trilogie von der Autorin darüber gibt erfährt man in diesem Buch nur Bruchstücke darüber).

Als die erste Prostituierte brutal ermordet wird nimmt die Story richtig Fahrt auf und wird durch die vielen Charaktere die nun dazustossen um ein vielfaches komplexer als erwartet. Zu den Charakteren selbst möchte ich an dieser Stelle nichts sagen, da ich niemanden Spoilern will.

Melanie Vogltanz versteht es meisterlich den Leser in ein sehr düsteres und gefährliches London mitzunehmen, dass voller Geheimnisse steckt. Der Tod geht um, aber wer ist der Täter? Die Autorin baut einen kontinuierlichen Spannungsbogen auf der sich eigentlich nur steigert und der die eine oder andere unerwartete Wendung bereithält.

Außerdem beschränkt sie sich nicht auf Jack the Ripper. Sie mischt der Geschichte noch ein wenig Frankenstein und Dr Jekyll und Mister Hyde bei. Diese werden mit entsprechenden Zitaten wirklich wundervoll in Szene gesetzt.

Trotzdem hatte ich anfangs Schwierigkeiten in die Geschichte zu finden. Viele Dinge waren gerade am Anfang schwierig zu verstehen und ich brauchte auch Zeit um mich an Alfio zu gewöhnen. Er war für mich ein schwieriger Protagonist und ich wusste lange recht wenig über ihn und tat mir deshalb schwer mit ihm mitzufiebern. Im Laufe der Geschichte schaffte ich es immer besser ihn zu verstehen, wie er tickt bzw was ihn antreibt. Ab diesem Punkt griff für mich die Geschichte ineinander und wurde richtig stimmig.
Obwohl dieses Buch unabhängig von der Trilogie gelesen werden kann, denke ich es hätte mir geholfen die Geschichte von Anfang an besser zu verstehen

Alles in allem ein spannender Auftakt der mit einer sehr komplexen Handlung und vielen überraschenden Wendungen überzeugt 

Dafür vergebe ich  👑👑👑👑                  von 5 Krönchen

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